Tote und lebendige Einfriedung

Was bedeutet Einfriedung?

Einfriedung. Ein Wort mit besonderem Ausdruck. Es stammt nämlich vom Wort Frieden. Ob Haus, Hof oder Garten – möchtest du dein Grundstück vor potentiellen äußeren Einflüssen, wie fremden Menschen oder Tieren, Lärm, Wind, Sonne, Schmutz oder störenden Blicken schützen, sprechen wir von einer Einfriedung. Auch wenn du Tiere oder ein Kind besitzt, ist das Errichten einer Einzäunung äußerst hilfreich um am Entlaufen zu hindern. Dieses kann voll umfänglich oder auch nur teilweise auf deinem Grundstück geschehen. Auch eine gemeinsame Grundstücksgrenze mit deinem Nachbarn ist möglich. Unterteilt wird der Begriff in tote und lebendige Einfriedungen. Zäune aus toten Materialien wie z.B. Holz, Metall oder Kunststoff gehören der Gruppierung tote Einfriedungen an. Dies geht aber auch anders. Und zwar genau dann, wenn du lebendige Pflanzen wie Bäume, Sträucher oder Hecken nutzt. Da die Grenzbebauung unfassbar hohes Streitpotential besitzt, gibt es hierzu einige gesetzliche Hinweise, die du wissen solltest.

Genehmigung zum Errichten einer Grenzbebauung

Pflanzen sind keine baulichen Anlagen im Sinne des Baurechts. So benötigst du bei lebendigen Einfriedungen auch keine baulichen Genehmigungen. Tote Grenzen sind generell bauliche Anlagen, da sie mit dem Grundstück fest verbunden sind. Dennoch sind sie laut Gesetz oft Anlagen von geringfügiger Bedeutung, die in Landesbauordnungen geregelt werden, und bedürfen auch keiner Genehmigung. Beachten solltest du dennoch immer ortsübliche Gegebenheiten. Eine ortsunübliche Einfriedung muss von deinem Nachbarn nicht geduldet werden.

Wenn du eine lichtundurchlässige Umrandung deines Grundstücks planst, empfiehlt sich im Vorfeld ein Gespräch mit deinem Nachbarn. Fühlt dein Nebenmann sich nämlich seiner Aussicht bestohlen, entsteht leicht eine Streitigkeit. Wahrscheinlich ist ein solcher Fall sogar die häufigste Problematik mit einem Nachbarn. Probleme wollen wir natürlich nicht. Denk immer daran, dass dein Grundstück und auch das deines Nachbarn im Optimalfall ein Platz des Friedens darstellt

Beschließen dein Nachbar und du eine gemeinsame Grenzbebauung, bist du lediglich ein Miteigentümer. Das heißt, dass Entscheidungen zu Veränderungen der Umzäunung nur mit deinem Anwohner auf der anderen Seite erfolgen dürfen. Du darfst nicht eigenmächtig einen neuen Zaun errichten oder euren Gemeinsamen abreißen.

Einfriedung
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Nachbarrecht – Dein Besitztum, aber dein Nachbar hat Rechte

Dein Grundstück ist und bleibt natürlich dein Besitztum. Dennoch hat dein Nachbar Rechte. Diese werden ihm gesetzlich gewährt um Nachbarfrieden zu sichern. Damit erst gar kein Streit aufkommen kann, gibt es in vielen Bundesländern die Einfriedungspflicht.

In bebauten Ortsgebieten darf dein Nachbar zu dem formlos die Grenzziehung deines Grundstücks verlangen. Diese muss aber ortsüblich sein und soll das Erscheinungsbild des Gebietes nicht verändern. Die Ortsüblichkeit regelt auch den Maßstab der hinnehmbaren entstehenden Kosten. Ist die Ortsüblichkeit nicht feststellbar gilt oft ein 1,20 m hoher Maschendrahtzaun.

Wie hoch darf ein Zaun sein – erlaubte Zaunhöhe und Grenzabstand

Das Themen erlaubte Höhe und Grenzabstand sind etwas komplizierter und lassen sich nicht pauschal beantworten. Gerne wird die Grundstückseinfriedung nach Art, ihres Zweckes oder der Pflanzenart unterteilt. Bei einer Mauer mit symbolischen Grenzziehungszweck kannst du als Orientierung eine Höhe deutlich unter einen Meter nehmen. Ein Sichtschutzzaun dient dem Zweck des Sichtschutzes und darf daher auch gerne 1,70 m bis 1,90 m hoch sein.

Oft sollten Grenzabstände bei bis zu 1,50 m hohen Einfriedungen keine Streitereien herbeiführen. Soll dein Zaun jedoch größer werden, dann gilt als Richtwert bei bis zu zwei Metern ein Grenzabstand von 50 cm und über zwei Metern hinaus ein Grenzabstand von 1 Meter.

Generell empfehlen wir dir, schau dich einmal in deiner Straße oder in deinem Wohngebiet um. Was für Einfriedungen und in welcher Höhe und welchen Abstand zur tatsächlichen Grenze haben die Menschen in deinem Umfeld. Ist deine Grundstückseinfriedung ortsüblich, sollten keine Probleme auftreten.

Besonderheit lebendige Grundstücksgrenze

Ein schöner Baum oder die beliebte Hecke sind hervorragende Grundstücksgrenzen, die auch der Umwelt gut tun. Die lebendige Ausstrahlung macht deinen Garten zu einer besonderen Wohlfühloase. Doch sie bedürfen auch einer gewissen Pflege. Zu bedenken ist immer, dass etwas Lebendiges wächst – sowohl in die Richtung deines Grundstückes, wie auch in die deines Nachbars. Überstehendes Grün deiner Pflanze gehört ausschließlich zu deinem Eigentum. Das bedeutet, dass sie auch nur von dir gestutzt werden darf. Auch Beschädigungen, die das Grundstück deines Nachbarn beeinflussen, müssen von dir beseitigt werden. So solltest du bei der Wahl der lebendigen Einfriedung immer den dazugehörigen Aufwand mit beachten.

Wichtig

Die hier enthaltenen Informationen sind lediglich Hinweise und sollen dem Frieden deines Grundstücks dienen. In den verschiedenen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen. Gar kann es in deiner Gemeinde gesonderte Regelungen zur Einfriedung geben. Wir können also für die hier enthaltenen Informationen keine 100 prozentigen Richtigkeit garantieren und würden uns ungern dafür haftbar machen. Sollten Probleme in jeglicher Form zur Grundstücksgrenze aufkommen, bitte wende dich diesbezüglich an einen Rechtsanwalt. Besitzt du neue Informationen, kannst du uns gerne eine E-Mail zukommen lassen.